Neue Gentechnik 2021: Jetzt Sagen Wir Der Kommission Schnell, Was Wir Denken
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Neue Gentechnik: Sagen wir der Kommission, was wir denken

Die Europäische Kommission möchte das EU-Gentechnikrecht ändern und neue Gentechnik von bestehenden Vorschriften ausnehmen. Bis 22. Oktober läuft dazu ein Konsultationsverfahren, in dem Bürger*innen dazu aufgerufen werden, sich zu diesen Plänen zu äußern.

Worum geht’s?

Seit 2001 gibt es in der EU eigene Bestimmungen für genetisch veränderte Organismen (GVOs), also Lebensmittel, deren genetische Veranlagungen künstlich verändert werden. Nach diesen Vorschriften müssen GVOs einer strengen Sicherheitsprüfung unterzogen und als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden, sowie über die gesamte Lieferkette rückverfolgbar sein.

Es gibt viele verschiedene Methoden der gentechnischen Modifikation von Lebensmitteln. Besonders in den letzten Jahren kamen vermehrt Methoden auf, die sich selbst als „nachhaltig“ bezeichnen und deren Produkte oft als weniger schädlich eingestuft werden, als herkömmliche GVOs. Besonders bekannt ist die sogenannte „CRISPR/Cas-Methode“. Diese und andere neue Methoden sollen nun also, geht es nach den Plänen der Kommission, aus der Gentechnik-Verordnung ausgenommen werden.

Wo liegt das Problem?

Die Kommission möchte also diese neuen GVOs gleich behandeln, wie herkömmliche Pflanzen. Damit gäbe es dann auch keine Kennzeichnungspflicht mehr für diese neuen GVOs und Konsument:innen könnten somit nicht mehr selbst entscheiden, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel kaufen möchten, oder nicht. Dabei sind diese neuen GVOs bei weitem nicht so unproblematisch, wie ihre Hersteller:innen uns glauben machen wollen. In Wahrheit unterscheidet sich Saatgut, das mit neuen Gentechniken hergestellt wurde, immer noch grundlegend von konventionell gezüchtetem Saatgut. Es birgt Risiken für Umwelt und Gesundheit und hat in einer naturverträglichen Landwirtschaft nichts zu suchen. In den USA und Brasilien hat der Einsatz von GVOs zu einer Zunahme in der Verwendung von Pestiziden und Glyphosat geführt, da genetisch veränderte Pflanzen, anders als herkömmliche Gewächse sich nicht über Jahrtausende an ihre Umgebung angepasst haben und damit oft weniger resistent gegen Schädlinge sind. Außerdem sind GVOs immer mit starken geistigen Eigentumsrechten und Patenten ausgestattet. Das bedeutet, dass Bäuer:innen diese Pflanzen nicht, wie herkömmlich, selbst züchten können, sondern immer auf Jungpflanzen bzw. Saatgut angewiesen sind, das von multinationalen Konzernen wie Bayer/Monsanto und Corteva hergestellt wird. Anstatt mehr Nahrungssicherheit bringen diese genetisch veränderten Pflanzen also eine Abhängigkeit von diesen Konzernen.

Was können wir tun?

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass das EU-Gentechnikrecht auch auf neue GVOs angewendet werden muss, um unsere Umwelt und unsere Gesundheit konsequent zu schützen. Wir kämpfen im Europäischen Parlament dafür, dass diese Entscheidung auch umgesetzt wird. Die EU-Kommission hat nun die Bürger:innen dazu aufgerufen, sich bis 22. Oktober 2021 zu ihren Plänen zu äußern. Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament haben dafür ein Tool entwickelt. Klicke hier, um der Kommission Deine Meinung mitzuteilen:

Stoppt die neue Gentechnik